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Meeresbiologisches Praktikum auf der Insel Giglio

Von Michael Oberbichler

Ein meeresbiologisches Praktikum auf der Insel Giglio? Ein Traum! Unsere Professorin für Naturwissenschaften überraschte uns im heurigen Schuljahr mit diesem Angebot. Wir, die Klasse 3eR des Sprachen- und Realgymnasiums „Nikolaus Cusanus“ Bruneck, mit Schwerpunkt Angewandte Naturwissenschaften, waren Feuer und Flamme und nachdem unsere Frau Direktorin und der Klassenrat die Zustimmung gegeben hatten, ging es ans Planen und Organisieren.
Die beträchtlichen Kosten, die jede Schülerin und jeder Schüler zu tragen hatten, machten uns Sorgen, aber Dank der tatkräftigen Unterstützung unserer Sponsoren, der Firma Oberhollenzer Busunternehmen und Reisebüro aus Sand in Taufers und der Stiftung Südtiroler Sparkasse, konnten wir uns alle die Reise leisten.

Am Samstag, 9. Mai, starteten wir mit unseren Professorinnen Gabriela Bachmann und Elisabeth Sternbach und Herbert Pallua mit dem Nachtzug nach Roma Termini und Obertello Monte Argentario. Mit dem Bus gelangten wir nach Porto Santo Stefano, einen hübschen Küstenort, den wir bis zur Fährenabfahrt erkundeten. Dann ging es zur Insel Giglio – aus dem Griechischen aix, der Insel der Ziegen – ,eine der sieben Inseln des Toskanischen Archipels. Während der Überfahrt bewunderten wir das Meer und konnten die gekenterte und inzwischen aufgerichtete „Costa Concordia“ sehen.
Die Fähre legte im Hafen von Porto Giglio an und mit dem Bus fuhren wir quer über die Insel nach Giglio Campese, zu unserem Stützpunkt für die kommende Woche.

In Giglio Campese befinden sich das Institut für Marine Biologie (IfMB) und das Campese Diving Center. Hier werden meeresbiologische Praktika, Schnuppertauchen und Kurse für Studenten angeboten.
Wir bezogen unsere Appartements und nach einer kurzen Einführung durch den Leiter des Instituts, Dr. Klaus Valentin, genossen wir den Nachmittag am Strand mit Sonnenbaden, Volleyball spielen, Schwimmen… Am Sonntag führte uns unser Kursleiter Didi in die Kursräume des Instituts für Marine Biologie und das Praktikum konnte beginnen.
Eine ganze Woche lang hörten wir Vorträge über die marine Fauna und Flora des Mittelmeers. Wir haben benthische Lebensräume wie Sandgrund und Hartboden kennengelernt und anhand von Lebendmaterial die Anatomie, die Morphologie und die Systematik von wirbellosen Meeresorganismen wie zum Beispiel Schwämme, Nesseltiere, Weichtiere, vielborstige Würmer, Krebstiere, Moostierchen und Stachelhäuter studiert.
Anhand der Fachliteratur und mit Hilfe von Mikroskopen haben wir verschiedene Arten von marinen Mittelmeerbewohnern bestimmt und ihre Überlebensstrategien kennengelernt. Außerdem haben wir verschiedene Arten von Algen, Sandlückenfauna und Plankton untersucht.
Beim Schnorchelgang konnten wir an den Felswänden Napfschnecken, Nesseltiere und Borstenwürmer beobachten. Wir hielten Seeigel in den Händen, bestaunten bunte Fische, eine Muräne und sogar Seepferdchen.
Bei den botanischen Exkursionen konnten wir die Pflanzen der Macchia bewundern.
Der historische Ort Giglio Castello ist eines der schönsten Dörfer Italiens. Er ist von einer Burgmauer umgeben und könnte mit seinen engen Gassen gut die Kulisse eines Mittelalterfilms abgeben.
Am Freitag nach dem „großen Putzen“ unserer Appartements nahmen wir schweren Herzens Abschied von Giglio Campese. Nach einem kurzen Aufenthalt in Porto Santo Stefano ging es im Bus nach Orbetello Monte Argentario und mit dem Zug von Roma Termini zurück nach Hause.

Es war eine herrliche Woche. Wir haben viel gelernt, die Nachmittage am Strand genossen oder bei Wanderungen Tiere, Pflanzen und Kräuter entdeckt und hatten jede Menge Spaß beim Kochen.
Giglio ist wunderschön. Das kristallklare azurblaue Wasser und die artenreiche Mittelmeerfauna sind ein Paradies für Taucher, Schnorchler und Forscher.

Die ganze Insel lädt zum Wandern ein und Naturfreunde kommen hier ganz sicher auf ihre Kosten. Ist die Insel vielleicht doch eine der sieben Perlen? „Der Sage nach verlor die römische Göttin Venus, als sie aus dem Meer auftauchte, um den Horizont zu umarmen, sieben Perlen aus dem Band, das ihren weißen Hals schmückte. Diese fielen ins Meer und aus ihnen entstanden die sieben Inseln des Toskanischen Archipels…“
Die Insel Giglio ist ein ideales Urlaubsziel und auf jeden Fall eine Reise wert.
 
 
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