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Jupiter 2016

Riesenplanet im Visier der Astrogruppe

In diesem Frühling stand der König des Sonnensystems, der riesige Glasplanet Jupiter wieder günstig am Abendhimmel und die Astrogruppe versuchte auch heuer, ein paar gute Fotos zu schießen. Die Aufnahmen wurden am 17. März 2016 gewonnen, die Auswertung der Bilder am Computer fand an einem Samstag im April statt. Gefeiert wurde das Endergebnis beim gemeinsamen Pizzaessen!
Zur Beobachtung am 17. März hatten sich Ira, Rene, David und Jonathan gemeldet! Gegen 7 Uhr abends mühte sich das Auto die Bergstraße auf 1600 m Höhe hinauf, wo wir unseren Beobachtungsposten bezogen. Die Nacht schien vielversprechend, die Luft war nicht allzu unruhig und der Mond störte kaum. Bevor wir loslegen konnten musste aber das Teleskop ordentlich auskühlen. Um annehmbare Ergebnisse zu erhalten, darf die Temperatur des Spiegels kaum über der Umgebungstemperatur liegen, sodass sich im Tubus keine störenden Luftschlieren bilden. Das bedeutete zwei Stunden warten! Hätte unsere Optik eingebaute Ventilatoren, wie dies heutzutage Standard ist... Die Wartezeit überbrückten wir aber spielend mit lebhaften Diskussionen zur Astronomie, dem einen oder anderen kniffligen Rätsel und dem Einstudieren der Frühlingssternbilder mit dem Laserpointer am Livehimmel und mit Stellarium. 

Dann war es soweit! Im Abstand von 20 Minuten wurden drei Videosets durch je drei Farbfilter und einem Klarfilter gewonnen. Diese Rohdaten würden wir später in mühsamer Arbeit zu drei Einzelbildern zusammenfügen. Die Erwähnung der vielen Schritte auf dem Weg zum optimalen Ergebnis (Flatfielding, Scharfstellen...)  würden hier an dieser Stelle zweit führen.

Auch visuell bot sich im Binokular am Teleskop ein toller Anblick. Als Draufgabe zu den Bändern und Zonen der Jupiteratmosphäre gab es an diesem Abend noch den Jupitermond Kallisto und dessen Schatten vor dem Jupiter zu sehen. 

Im April folgte die Auswertung der Daten getreu dem Prinzip des "Lucky Imaging"! Zum ersten Mal kam dabei die Technik der "Derotation" zum Einsatz. Da Jupiter in nur 10 h eine Rotation um die eigene Achse vollführt, verschieben sich feine Details im Video während der Aufnahmedauer. Dies würde im Summenbild zu verwischten Ergebnissen führen. Die freie Software Winjupos kann diese Drehung rückrechnen. 

Mit den Ergebnissen sind wir ausgesprochen zufrieden. Eine Steigerung wäre wohl nur mehr durch bessere Aufnahmebedingungen (ruhigere Luft) und eine bessere Qualität der Aufnahmeoptik möglich. Im Ergebnis stecken insgesamt etwa 7 h Arbeitszeit. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es doch: Nur etwa 10 Stunden vor unseren Aufnahmen gab es einen Asteroideneinschlag auf dem Jupiter, der von Amateurastronomen entdeckt wurde. Wenn wir dieses Glück gehabt hätten... Vielleicht beim nächsten Mal! 
 
 
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