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Sprachreise nach Strasbourg

Eine Reise ins Herz Europas

Am 6. April, einem Sonntag, machte sich, zu unmenschlich früher Uhrzeit, die Klasse 4aS des Sprachen- und Realgymnasiums Cusanus in Bruneck in freudiger Erwartung mit ihren beiden Französischprofessoren Irmgard Wolfsgruber und Johannes Gasser auf den weiten Weg Richtung Strasbourg, Hauptstadt des Elsass.
Gelegen an der deutsch-französischen Grenze ist sie ein Schmelztiegel dieser beiden Kulturen und nicht nur geographisch das Zentrum Europas. Nach einer geruhsamen Nacht ging es am Montagmorgen zur Stadtrundfahrt.
Wir besuchten einen Ort, der sich großer Fernsehpräsenz erfreut, nämlich den Sitz des Europäischen Parlaments. Das auffälligste Merkmal des Gebäudes ist wohl der kreisrunde und bewusst unvollendete Turm – wohl ein Symbol für die ewige Baustelle, die die EU darstellt. Schnell ein Erinnerungsphoto mit der großen Bronzekugel vor einer endlosen Glasfassade - und weiter ging es vom Europaviertel (u. a. auch Sitz des Fernsehsenders ARTE) wieder zurück Richtung Altstadt. Diese beeindruckt mit einem architektonischen Mix aus deutschen Fachwerkhäusern und typisch französischen Barockpalästen im Schatten einer alles überragenden gotischen Kathedrale aus rotem Sandstein.
Den Dienstagvormittag verbrachten wir im „Musée de l' art moderne et contemporain“ (Museum der modernen und zeitgenössischen Kunst). Um die weltberühmten Gemälde von Picasso, Monet und Kandinsky zu sehen, mussten wir allerdings am nächsten Tag noch einmal wiederkommen: An den betreffenden Räumen wurden Arbeiten durchgeführt. So nahmen wir vorlieb mit den Graphiken und Zeichnungen einiger lokaler Künstler und bestritten am Nachmittag trotz verregneten Wetters die Bootsfahrt auf der stadtumfließenden Ill.
Am Mittwochmorgen erkundeten wir im „Musée Alsacien“ die elsässische Kultur und Tradition, die sich von der unsrigen gar nicht so sehr unterscheidet. Am Nachmittag kehrten wir, nach einem Besuch im Botanischen Garten, ins Museum der modernen Kunst zurück, um uns von den Meisterwerken der großen Künstler des 20. Jahrhunderts beeindrucken zu lassen. Eine ganz andere Art von Eindruck hinterließ das Ziel des folgenden Ganztagsausflugs: das Konzentrationslager von Struthof-Natzwiller in den Vogesen. Dort ließen die Nazis von den Gefangenen Marmor abbauen. Ernüchtert und entsetzt von den Gräueltaten des NS-Regimes steuerten wir ein weit weniger geschichtsträchtiges Ziel für den Nachmittag an: das Aquarium „Les Naïades“. Da der Besuch der Gedenkstätte am Vormittag länger als geplant gedauert hatte, kamen wir dort erst am frühen Nachmittag an und glaubten das ersehnte Mittagessen bereits verloren, als ein hilfsbereiter Angestellter des Aquariums uns kurzerhand köstliche „sandwichs“ zubereitete. Derart gestärkt erfuhren wir zahlreiche interessante Dinge über verschiedenste Meeresbewohner.
Der Freitag stand im Zeichen Europas: Wir besuchten den Europarat, eine Institution, in der Regierungsabgeordnete aus 47 Staaten Europas (auch aus Nicht-EU-Staaten wie Russland oder der Türkei) über eine bessere Umsetzung der Menschen- und Bürgerrechte debattieren und die Ergebnisse als verbindliche Empfehlungen für die einzelnen Länder abgeben. Besonders interessant für uns als Klasse eines Sprachengymnasiums war die Arbeit der Simultanübersetzer, die alle Hände voll zu tun hatten, um die Reden der verschiedenen Abgeordneten für alle verständlich zu machen.
Von der anstrengenden Ratssitzung erholten wir uns am Nachmittag im „Parc de l' Orangerie“, in dem es von kleinen Wäldchen über schöne Liegewiesen bis hin zu Alleen und Tierpark mit vielen Störchen alles gibt. Den Samstagvormittag verbrachten wir mit Süßem: Im Schokolademuseum „Les secrets du chocolat“ (Die Geheimnisse der Schokolade) bekamen wir einen Einblick in die Fertigung verschiedener Schokoladenarten und nahmen vom köstlichen Endprodukt auch so einiges mit nach Hause. Der Nachmittag wurde von allen genutzt, um jene Dinge nachzuholen, die während der Woche keinen Platz mehr gehabt hatten. Diese waren Museumsbesuche, aber auch Shopping in den zahlreichen Geschäften der Innenstadt oder ein gemütlicher Bummel in der „Petite France“, dem schönsten Viertel von Strasbourg. Der Tag der Abreise war mit Sonntag, dem 13. April, gekommen und obwohl wir eine sehr schöne Woche verbracht hatten und viele vom mondänen Stil Strasbourgs beeindruckt, vielleicht sogar verzaubert waren, sehnten doch alle das eigene Heim und ihre Familien herbei. So ging auch der kurze Aufenthalt in Colmar, einer ebenso schönen Stadt im Süden des Elsass, auf der Rückreise etwas im Heimweh unter. Über die Schweiz und Österreich gelangten wir zurück in unser kleines Land Südtirol, das auf einmal noch etwas kleiner, aber nicht weniger schön schien.


Artikel von Scalzini Luca 



 
 
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