Schulpartnerschaft Riedlingen


Die Schulpartnerschaft mit dem württembergischen Kreisgymnasium Riedlingen ist ein nicht mehr wegzudenkendes innerschulisches Forum für Dialog und Forschung.

Die jährlich erneuerte und aktualisierte Projektarbeit mit wechselseitigen Besuchen in Südtirol und Baden-Württemberg hat eine prominente Mentorin:

Marie-Gabriele Gräfin Schenk von Stauffenberg († 06.03.2018).

Die Großcousine des Hitlerattentäters Claus Schenk Graf von Stauffenberg leistete durch heimliches Führen eines Tagebuchs während der Sippenhaft indirekten Widerstand gegen das NS-Regime und war Teil der SS-Geiseln, die gegen Kriegsende in Niederdorf befreit wurden und sich für kurze Zeit im Hotel Pragser Wildsee aufhielten.

Vor einigen Jahren kehrte sie zu einem Besuch an den Pragser Wildsee zurück und regte die Zusammenarbeit zwischen Schülerinnen und Schülern aus Südtirol und Baden-Württemberg, woher die Familie der Schenken von Stauffenberg stammt, an.

 

Die Schulpartnerschaft, welche in wissenschaftlicher Hinsicht vom „Förderverein Zeitgeschichtsarchiv Pragser Wildsee“ flankiert wird, dessen Ehrenmitglied die Gräfin von Stauffenberg war, widmete sich in den vergangenen Jahren evidenterweise der Thematik „Widerstand“ in seinen diversen Motiven, Formen, Aspekten. Gewürdigt wurde vor allem der Widerstand der Frauen gegen die totalitäre nationalsozialistische Herrschaft. Die Konzeption für die nächsten Jahre setzt einerseits auf Kontinuität, andererseits auf eine thematische Diversifizierung mittels Partizipation und Integration anderer Schulfächer.


"Europäische Identität und regionale Einzigartigkeit"

Lebendige Schulpartnerschaft

Im Schuljahr 2018/19 startete für zehn ausgewählte Schüler*innen der zweiten Klassen ein zweijähriges Projekt, das die „Europäische Identität und regionale Einzigartigkeit“ zum Thema hat.

Konkret wurden im ersten Jahr in den Fächern Geschichte und Geographie die Besonderheiten der Regionen Schwaben und Südtirol (kontrastierend und vergleichend) untersucht, im zweiten Jahr wird sich das Fach Deutsch den Dialekten der beiden Gebiete widmen.

Teil des Projekts ist jeweils ein fünftägiger Besuch der Partnerschule, im Rahmen dessen die Schüler*innen beider Schulen gemeinsam am Projekt arbeiten. Um die Schülerinnen und Schüler außerdem mit der Europaidee vertraut zu machen, ist ein Besuch des Europäischen Parlaments in Straßburg geplant.

 

Vom 03. bis zum 07. Juni 2019 besuchten 15 Schüler*innen unserer Partnerschule des Kreisgymnasiums Riedlingen im Rahmen dieses auf zwei Jahre angelegten Projekts das Pustertal. Die Gruppe lernte die Städte Bruneck und Bozen kennen, daneben führten Ausflüge in das Bergwerk von Prettau sowie an den Pragser Wildsee, nach Misurina und in das Naturparkhaus in Toblach. Auf diese Weise wurden die Gäste mit historischen und geografischen Besonderheiten Südtirols vertraut gemacht. Zwischendurch widmeten sich die Schüler*innen in partnerschaftlicher Arbeit auch der Herstellung einer kleinen Zeitschrift, in der die beiden Regionen anhand ausgewählter Themen miteinander verglichen werden sollen.

Am Montag, den 03. Juni 2019 fand im Rahmen dieses Besuches die Eröffnung der Ausstellung „Unangepasst. Widerstand im Alltag“ in einem der beiden Innenhöfe unserer Schule statt, womit das Vorgängerprojekt abgeschlossen wurde. Der Historiker Dr. Rudolf Tasser berichtete in einem Vortrag „Aus den Erzählungen meines Vaters Mathias“ über die Erfahrungen eines Ahrntaler Deserteurs in den 1930er Jahren.


"Un-Angepasst": Widerstand im Alltag

Ausstellungseröffnung in Riedlingen

Am Freitag, 23. November 2018 wurde in der Kreissparkasse von Riedlingen die Ausstellung „Un-Angepasst“ eröffnet. 

Die großen Figuren des Widerstands, die Geschwister Scholl, Georg Elser, Claus Schenk Graf von Stauffenberg, sind allgemein bekannt. Schülerinnen und Schüler des Cusanus-Gymnasiums (Klasse 4aS) und des Kreisgymnasiums Riedlingen sind der Frage nachgegangen, ob es zur Zeit des Nationalsozialismus auch im Alltag Widerstand gab. Dafür haben die Schülerinnen und Schüler auch in Archiven recherchiert und manch interessantes Dokument zu Tage gefördert. Die Ausstellung wird im Juni 2019 auch in Bruneck gezeigt werden.

Wenn Sie mehr über dieses Projekt wissen möchten, finden Sie hier den entsprechenden Artikel der Schwäbischen.